Übung 4 · Erlauben
Frage dich, was du dir selbst nicht erlaubst
Wir lernen früh, welche Eigenschaften erwünscht sind und welche wir lieber verbergen. Entdecke solche inneren Regeln und prüfe behutsam, ob sie dir heute noch dienen.
Etwa 10 Minuten
Schritt für Schritt
So gehst du vor
- Vervollständige Satzanfänge. Schreibe spontan: „Ich darf nicht …“, „Ich muss immer …“, „Andere dürfen …, aber ich …“.
- Entdecke innere Regeln. Achte auf Sätze wie „Ich muss stark sein“, „Ich darf niemanden enttäuschen“ oder „Ich muss alles richtig machen“.
- Erkunde ihre Herkunft. Woher könnten diese Überzeugungen stammen? Sind sie heute noch hilfreich oder schränken sie dich ein?
- Erkenne zurückgehaltene Seiten. Vielleicht betrifft es deine Durchsetzungsfähigkeit, deine Bedürfnisse, Kreativität, den Wunsch nach Ruhe oder deine Verletzlichkeit.
- Formuliere eine freundlichere Erlaubnis. Zum Beispiel: „Ich darf Nein sagen und trotzdem ein fürsorglicher Mensch sein.“
Nimm dir einen Moment
Fragen zur Vertiefung
Du musst nicht jede Frage beantworten. Wähle die aus, die gerade etwas in dir bewegt.
- Welche Eigenschaft zeige ich nur ungern?
- Wovor habe ich Angst, wenn andere diese Seite von mir sehen?
- Welche meiner inneren Regeln möchte ich hinterfragen?
- Wie könnte ich mir selbst ein wenig mehr Freiheit zugestehen?
Für deinen Alltag
Dein kleiner Alltagsschritt
Wähle eine kleine, sichere Situation, in der du dir etwas mehr erlaubst – etwa eine ehrliche Meinung auszusprechen, um Hilfe zu bitten oder eine Pause zu machen, ohne sie rechtfertigen zu müssen. Du bestimmst selbst, was sich stimmig anfühlt.
Du darfst deine Bedürfnisse ernst nehmen und zugleich die Bedürfnisse anderer im Blick behalten.
Gehe behutsam mit dir um: Wenn die Reflexion starken inneren Druck, belastende Erinnerungen oder überwältigende Gefühle auslöst, pausiere. Bei Bedarf kann professionelle Unterstützung hilfreich sein.
