Übung 3 · Verstehen
Entdecke das Bedürfnis hinter deinem Verhalten
Manche Verhaltensmuster haben einmal eine Schutzfunktion erfüllt. Wenn du das mögliche Bedürfnis dahinter erkennst, kannst du dich besser verstehen und neue Wege ausprobieren, ohne dich selbst abzuwerten.
Etwa 10–15 Minuten
Schritt für Schritt
So gehst du vor
- Wähle ein wiederkehrendes Muster. Vielleicht passt du dich stark an, ziehst dich bei Konflikten zurück, strebst nach Perfektion oder möchtest alles kontrollieren.
- Beobachte, wann es auftritt. Gibt es bestimmte Menschen, Situationen oder Gefühle, die das Muster auslösen?
- Frage nach der möglichen Funktion. Was möchtest du durch dieses Verhalten erreichen oder verhindern? Suchst du Sicherheit, Anerkennung, Zugehörigkeit, Ruhe oder Schutz?
- Erkenne dein Bedürfnis an. Du musst dich nicht dafür schämen, dir Nähe, Wertschätzung oder Sicherheit zu wünschen.
- Suche nach einer hilfreichen Alternative. Wie könntest du diesem Bedürfnis begegnen, ohne dich selbst dabei zu übergehen?
Nimm dir einen Moment
Fragen zur Vertiefung
Du musst nicht jede Frage beantworten. Wähle die aus, die gerade etwas in dir bewegt.
- Was versuche ich mit diesem Verhalten zu vermeiden?
- Was hoffe ich dadurch zu bekommen?
- Welches Bedürfnis kommt dabei zu kurz?
- Wie könnte ich dieses Bedürfnis ausdrücken, ohne mich selbst zu übergehen?
Für deinen Alltag
Dein kleiner Alltagsschritt
Ergänze den Satz: „Wenn ich … tue, versuche ich vielleicht, … zu schützen oder zu erreichen.“ Überlege anschließend, welche kleine, realistische Alternative deinem Bedürfnis ebenfalls gerecht werden könnte.
Ein Muster zu verstehen bedeutet nicht, jedes Verhalten gutzuheißen. Du kannst seine Funktion anerkennen und trotzdem neue Wege erproben.
Gehe behutsam mit dir um: Wenn die Reflexion starken inneren Druck, belastende Erinnerungen oder überwältigende Gefühle auslöst, pausiere. Bei Bedarf kann professionelle Unterstützung hilfreich sein.
