Übung 1 · Wahrnehmen
Beobachte deine Reaktionen – ohne dich zu verurteilen
Starke Gefühle können Hinweise darauf geben, dass etwas in uns berührt wurde. Werde neugierig auf das, was in dir geschieht – ohne dich sofort zu bewerten oder deine Reaktion zu unterdrücken.
Etwa 10–15 Minuten
Schritt für Schritt
So gehst du vor
- Erinnere dich an eine konkrete Situation. Wähle einen Moment, der dich beschäftigt hat. Beschreibe möglichst sachlich, was passiert ist.
- Benenne deine Gefühle. Warst du verletzt, beschämt, enttäuscht, ängstlich oder wütend? Versuche, das Gefühl möglichst genau zu benennen.
- Nimm deine Gedanken wahr. Vielleicht tauchten Gedanken auf wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich darf keinen Fehler machen“.
- Erkunde den empfindlichen Punkt. Was hat die Situation für dich bedeutet? Hat sie eine Angst, eine Überzeugung oder ein unerfülltes Bedürfnis berührt?
- Betrachte dich mit Mitgefühl. Deine Reaktion muss nicht falsch sein, nur weil sie stark ausfällt. Verstehe sie erst, bevor du entscheidest, wie du künftig handeln möchtest.
Nimm dir einen Moment
Fragen zur Vertiefung
Du musst nicht jede Frage beantworten. Wähle die aus, die gerade etwas in dir bewegt.
- Was genau hat mich getroffen?
- Was habe ich in diesem Moment über mich selbst geglaubt?
- Wovor wollte ich mich vielleicht schützen?
- Welche andere Erklärung könnte es für die Situation geben?
Für deinen Alltag
Dein kleiner Alltagsschritt
Halte nach einer emotional aufwühlenden Situation drei Stichpunkte fest: Was ist passiert? Was habe ich gefühlt? Was hätte ich in diesem Moment gebraucht? Du musst keine sofortige Lösung finden.
Gefühle sind Informationen, keine Urteile über deinen Wert als Mensch.
Gehe behutsam mit dir um: Wenn die Reflexion starken inneren Druck, belastende Erinnerungen oder überwältigende Gefühle auslöst, pausiere. Bei Bedarf kann professionelle Unterstützung hilfreich sein.
